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Hohe Auszeichnung: GDG ist MINT-Schule!

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Preisverleihung im Technoseum in Mannheim

Gottlieb-Daimler-Gymnasium wird als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet

Die GDG-Lehrer Klaus Hirling und Axel Frisch (Mitte) bei der Verleihung des MINT-Zertifikats in Mannheim.

Das Gottlieb-Daimler-Gymnasium Bad Cannstatt darf sich ab heute für die nächsten drei Jahre »MINT-freundliche Schule« nennen. Am 23.09. fand die Ehrung der MINT-freundlichen Schulen Baden-Württemberg im Technoseum Mannheim statt. Die Schulen wurden für ihre MINT-Schwerpunktsetzung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ausgezeichnet. Weitere 26 Schulen aus Baden-Württemberg dürfen sich für die nächsten drei Jahre »MINT-freundliche Schule« nennen. Zusätzlich zu diesen neuen Schulen behalten nach dreijähriger erfolgreicher MINT-Profilbildung insgesamt 28 Schulen durch eine erneute Bewerbung und Prüfung das Signet »MINT-freundliche Schule«. Die Schulen werden für ihre MINT-Schwerpunktsetzung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in Stuttgart ausgezeichnet. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg somit jetzt 175 MINT-freundliche Schulen.

Die Ehrung der Schulen steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg sowie der Kultusministerkonferenz KMK.

MINT-Fertigkeiten sind das A und O für zukünftige Fachkräfte

Das Arduino-Auto hört nur auf die richtigen Befehle.

„Unsere Schulen und vor allem die Lehrer sind das A und O vor dem Hintergrund, junge Menschen für MINT-Perspektiven zu interessieren, ihre Potenziale zu wecken und ihnen ihre Aufstiegschancen aufzuzeigen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Wir setzen genau hier an und freuen uns, dass wir Ende 2016 dann bereits gut 1.300 Schulen in Deutschland MINT freundliche Schulen haben werden“, sagt Thomas Sattelberger, Vorsitzender der BDA/BDI-Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Stefan Küpper, Geschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, freute sich über das ungebrochene Interesse der Schulen an der Auszeichnung und die hohe Qualität der MINT-Angebote. „Mit ihrem breiten und vielfältigen Engagement leisten die heute geehrten ›MINT-freundlichen Schulen‹ einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Fachkräftebasis in Baden-Württemberg. Ein hervorragender MINT-Unterricht und ein breites und individuell gestaltbares Angebot der MINT-Förderung sind der Schlüssel, um das naturwissenschaftlich-technische Interesse zu wecken und die Talente zu fördern.“

Die Partner und somit diejenigen, die die Schulen ehren, sind: Arbeitgeber Baden-Württemberg; SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg; Cisco Systems; Deutsche Mathematiker-Vereinigung; Deutsche Telekom Stiftung; Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI); Stiftung Haus der kleinen Forscher; IHK-Bezirk Ulm; Klett MINT GmbH; LEGO Education; technopedia DIHK; VDE/VDI; WRO World Robot Olympiad; Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.

René Chassein, stv. Vorsitzender VDE Bezirksverein Kurpfalz, Dr. Ditmar Flothmann, MINT-Beauftragter, VDI Nordbaden-Pfalz, Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt der Arbeitgeber Baden-Württemberg sowie Volker Schebesta (MdL), Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport vergaben die Auszeichnung »MINT-freundliche Schule«.

Die »MINT-freundlichen Schulen« werden für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Unternehmen sowie die Öffentlichkeit durch die Ehrung sichtbar und von der Wirtschaft sowie Fach- und Wissensverbänden nicht nur anerkannt, sondern auch besonders unterstützt. Bundesweite Partner der Initiative »MINT Zukunft schaffen« zeichnen in Abstimmung mit den Landesarbeitgebervereinigungen und den Bildungswerken der Wirtschaft diejenigen Schulen aus, die bewusst MINT-Schwerpunkte setzen. Die Schulen werden auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess. Mehr Informationen gibt es unter www.mintzukunftschaffen.de.

MINT am GDG

Experimente im Chemie-Unterricht bei Lutz Arnold.

Am Gottlieb-Daimler-Gymnasium, wo schon Hellmuth Hirth und Ferry Porsche die Schulbank drückten,  spielen die MINT-Fächer seit jeher eine wichtige Rolle, und heute ist die Informationstechnik einer der sieben Schwerpunkte im Schulcurriculum, der im Unterricht in allen Fächern und auch durch zusätzliche ITG-Stunden, Informatik ab Klasse 10 und Arbeitsgemeinschaften wie zum Beispiel der Video-AG vermittelt wird. Dem Schwerpunkt „Selbstmanagement und Gesundheit“ ist ebenfalls eine Zusatzstunde gewidmet, die an den Biologieunterricht angekoppelt ist.

 Um den Schülerinnen und Schülern naturwissenschaftliches Arbeiten in Theorie und Praxis zu vermitteln, arbeiten die Lehrer in Mathematik und den klassischen naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik, Chemie und NwT eng zusammen und haben innovative Konzepte nach dem Motto „Fordern und Fördern“ entwickelt. Außerdem gibt es etliche „Highlights“, die die Naturwissenschaften am GDG besonders interessant für jugendliche Nachwuchsforscher und –forscherinnen machen.

Mathematik, NwT und Physik

Die Sofia-AG beobachtet vom Schuldach aus die Sonnenfinsternis.

Die mathematischen Fähigkeiten als Grundlage für alle Naturwissenschaften werden schon ab Klasse 5 durch sogenannte Poolstunden gefördert. „Symmetrie“ ist Thema des Projekttages in Klasse 6. Erfolge bei Mathe-Wettbewerben wie „Känguru“ und “Pangea“ und das Tüfteln am „Mathematischen Problem des Monats“ geben einen zusätzlichen Motivationsschub für Mini-Mathematiker und -Mathematikerinnen. Später, in der Kursstufe, können besonders interessierte Schüler sich dann für den sogenannten A-Kurs entscheiden: hier werden neben dem regulären Stoff weitere Themen behandelt, die für ein späteres naturwissenschaftliches Studium hilfreich sind. Außerdem gibt es zusätzliche Wahlkurse wie Informatik, Astronomie, Darstellende Geometrie und Mathematik als zweistündiges Vertiefungsfach.

Im Kernfach NwT (am GDG wurde dies bereits 2004/05 eingeführt!) steht der Praxisbezug im Vordergrund: in mehreren thematischen Modulen pro Jahr erarbeiten sich die Schüler ab Klasse 8 anhand von Experimenten und Projekten mit verschiedenen Lehrkräften aus den Fachbereichen Biologie, Chemie und Physik das methodische „Handwerkszeug“ für alle naturwissenschaftlichen Studiengänge. In der Einheit „Luft und Umwelt“ wird dann die Klimabilanz der Schule exakt gemessen, protokolliert und berechnet, während im Modul „Robotik“ ein Roboter-Auto so programmiert wird, dass es eine vorgezeichnete  Bahn nachfährt. Dass es dabei anfangs nicht immer nur das tut, was es soll, ist ganz normal und nur ein Anreiz, solange zu tüfteln, bis es klappt!

Für Nachwuchs-Astrophysiker bietet einen besonderen Leckerbissen an: die SOFIA-AG unter Leitung von Sven Hanssen arbeitet eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) und der Universität Stuttgart zusammen: im Unterricht begleitet die AG die fliegende Sternwarte „Sofia“, vermisst ferne Galaxien mit den hauseigenen Teleskopen, baut detailgetreue Modelle (u.a. die größte drehbare und beleuchtete Sternkarte der Welt!) – und fliegt ab und zu auch kurzerhand nach Kalifornien, um bei der NASA echten Sternenstaub zu schnuppern.

Außerschulische Partner und hervorragende Ausstattung

Nicht ganz so weit weg sind die außerschulischen Partner, mit denen das GDG zusammenarbeitet: Die Württembergische Gemeindeversicherung (WgV) bietet Möglichkeiten für Bewerbertrainings und Berufspraktika. Bei Genius, der jungen WissensCommunity von Daimler erhalten die Schülerinnen und Schüler Zugang zu Projekten, Betriebsbesichtigungen und Expertenwissen. Beim Vortrag „Warum machen Autos Unfälle?“ lernten die Neuntklässler zum Beispiel direkt vom Sicherheitsfachmann Ferdinand Gaiser, was bei einem Crash passiert. Ein weiterer wichtiger Partner ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) in Köln, in dessen School_Lab jedes Jahr ausgewählte NwT-Schüler der Klasse 10 drei Tage lang Experimente in professioneller Umgebung durchführen dürfen.

An professioneller Umgebung mangelt es aber auch „zu Hause“ am GDG dank der hervorragend ausgestatteten und vernetzten Fachräume nicht: Seit Jahren investiert die Schule viel Planungsarbeit und Geld, um optimale Unterrichtsbedingungen zu schaffen. Kernstück sind natürlich die neu eingerichteten Physik- und NwT-Räume, ein neuer Werkraum und die drei Computerräume. Dazu kommen mobile Notebookwagen, Smartboards, und fest installierte Dokumentenkameras, Beamer und Laptops in vielen Klassenräumen. All dies erlaubt naturwissenschaftliches Arbeiten auf hohem Niveau und motiviert die Schülerinnen und Schüler, sich auch an knifflige Aufgaben heranzuwagen, um später vielleicht ein naturwissenschaftliches Studium aufzunehmen – und vielleicht in ferner Zukunft auch einmal große Erfinder und Erfinderinnen zu werden…

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